Der Wasserverbrauch in der Region war an den Hitzetagen am vergangenen Wochenende extrem hoch. Die Wasserwerke in Prenden und Basdorf liefen auf Hochtouren und lieferten jederzeit ausreichend Wasser. Das belastete die elektrischen Anlagen. Am Sonntagabend (28.06.2026) um 19:53 Uhr brannte schließlich die Hauptsicherung im Wasserwerk Prenden durch. Die Folge war ein zweistündiger Ausfall der Wasserversorgung. Bürgermeister Oliver Borchert besuchte am Mittwoch (01.07.2026) das Wasserwerk, um sich vor Ort bei Marcel Müller, dem Technischen Leiter des NWA und künftigen Verbandsvorsteher, über die Hintergründe und künftige Schutzmaßnahmen zu informieren.
Schnelle Reaktion am Sonntag, aber die Technik stieß an Grenzen
Marcel Müller berichtet, dass der Bereitschaftsdienst des NWA innerhalb von zwanzig Minuten vor Ort war. Parallel wurden die Menschen im Versorgungsgebiet über die Homepage und soziale Medien informiert. Weil die Hauptsicherung des Wasserwerks lahmgelegt war, konnte auch die Notstromanlage keinen Strom in die Anlage einspeisen. Um einen kompletten Einbruch der Versorgung in den angeschlossenen Orten zu verhindern, senkte die Betriebsleitung den Netzdruck kontrolliert von fünf auf drei Bar ab. Dadurch floss das Wasser zwar spärlicher, aber die Haushalte konnten weiterhin duschen und kochen.
NWA erweitert die Kapazitäten der Wasserwerke
Bürgermeister Oliver Borchert hakte nach: „Warum sind die elektrischen Anlagen auf solche Extrembelastungen nicht besser vorbereitet?“ Der Technische Leiter des NWA erklärte, dass die Kapazitäten des Wasserwerks im Rahmen eines Stabilisierungsprogramms schon länger erweitert werden, um den steigenden Wasserbedarf langfristig abzusichern. Weitere Filterkessel sollen die Qualität bei Spitzenlasten optimieren. Zudem verdoppelt der Bau eines zweiten Reinwasserspeichers die Kapazität vor Ort von 1.500 auf 3.000 Kubikmeter. Diese Maßnahmen erfordern allerdings auch mehr Strom.
Das Nadelöhr: Anderthalb Jahre Warten auf den neuen Trafo
„Wir haben bereits vor einem Jahr eine Verdreifachung der Stromkapazität von 240 auf 630 Kilo-Volt-Ampere beim Energieversorger E.DIS beantragt“, betonte Marcel Müller. Die E.DIS hat nach aufwendigen Prüfungen grünes Licht gegeben, da die bestehenden Leitungen ausreichen. Das Hauptproblem liegt jedoch beim Einkauf der Hardware. Der Markt für Transformatoren ist wie leergefegt. Von vier angefragten Lieferanten gab nur ein einziger überhaupt ein Angebot ab. Nach aktuellen Informationen wird es rund anderthalb Jahre dauern, bis der dringend benötigte neue Trafo geliefert und eingebaut ist. Zusätzlich installiert der NWA eine Photovoltaik-Anlage für eine unabhängigere Stromversorgung.
Modernes Schaltsystem und verdoppelte Speicher geplant
Bürgermeister Borchert regte an, für solche Havarien ein klares Schaltsystem zu etablieren: „Eine Notpumpe sollte über vier bis fünf Stunden den Druck im Netz stabil halten und dem Team Zeit für die Fehleranalyse geben.“ Die technische Leitung des NWA verwies darauf, dass genau an solchen Lösungen bereits gearbeitet wird. Oliver Borchert hakt nach: „Wäre die Verlegung eines zweiten Energiestrangs ins Wasserwerk sinnvoll?“ Marcel Müller: „Das wären Kosten im sechsstelligen Bereich.“ Der NWA baue einen neuen Batteriespeicher, der künftige Stromausfälle bis zu zwei Stunden vollautomatisch und ohne Verzögerung überbrücken kann. Zeit genug für das Team einen Fehlercheck zu machen und den Generator zu starten. „Gibt es Pläne, eine redundante Schaltanlage zu bauen?“, fragt Bürgermeister Oliver Borchert. Marcel Müller erklärt: „Die komplette, rund dreißig Jahre alte elektrische Schaltanlage wird derzeit modernisiert. Damit wird auch die elektrische Ausstattung des Wasserwerks den höheren Anforderungen stand halten.“
Lob vom Bürgermeister
Oliver Borchert sieht den NWA auf dem richtigen Weg: „Das Wasserwerk Prenden macht einen soliden, modernen Eindruck. Dennoch arbeitet der NWA weiter an der Zukunftsfähigkeit der Anlagen, um Versorgungssicherheit und Qualität auch an Tagen starker Nachfrage sicherzustellen.“
FÖRDERUNGEN
Erstellung einer Machbarkeitsstudie (LP 1 und 2) für das WASSERWERK PRENDEN Details ...
Erstellung einer Machbarkeitsstudie (LP 1 und 2) für das WASSERWERK BASDORF Details ...
Erstellung einer Machbarkeitsstudie (LP 1 und 2) für KLÄRANLAGE BOGENSEEE mit Schmutzwassernetz Details ...

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