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Mit der Kraft von zwei Tangenten: Der NWA dreht auf

Mit der Kraft von zwei Tangenten: Der NWA dreht auf

Juni 05, 2021

Die zweite Transportleitung vom Wasserwerk Prenden nach Wandlitz ist fertig. Mit doppelter Power trotzt der NWA nun dem überdurchschnittlichen Wasserbedarf der Kund*innen in Hitzeperioden.

„Wasser marsch!“ Am 28. Mai, 12.30 Uhr, drehen Oliver Borchert, Bürgermeister von Wandlitz und Uwe Liebehenschel, Vorsitzender der Verbandsversammlung des NWA, den Schieber am Parkplatz in Ützdorf. „Wasser fließt!“, bestätigt Matthias Kunde, Verbandsvorsteher des NWA, und zapft die erste Karaffe sprudelndes Trinkwasser aus der neuen Ost-Tangente vom Wasserwerk Prenden zur Nibelungensiedlung in Wandlitz. „Ein für den NWA wesentliches Infrastrukturprojekt haben wir mit dieser Tangente realisiert“, betont Matthias Kunde. Baukosten: Wie geplant knapp eine Million Euro. „Innerhalb von nur elf Monaten haben wir neun Kilometer Trinkwasser-Rohre im märkischen Sand versenkt.“ Zum Vergleich: Das Einholen sämtlicher Genehmigungen hat 24 Monate gedauert. Die schnelle Bauzeit verdankt der NWA dem Engagement der beiden Baufirmen Albert Schulz aus der Prignitz und Helmut Schmidt aus Fürstenwalde. „Egal ob es stürmte, regnete oder gar hagelte, unermüdlich trieben die Bauleute Meter für Meter die Leitung voran“, lobt Oliver Borchert die beiden Firmen. „Manch schwierige Situation musste gemeistert werden“, erinnert Matthias Kunde. „Als der Hightec-Bohrkopf einer der Vortriebsmaschinen streikte wurde über Nacht ein Spezialteam aus den alten Bundesländern direkt zur Baustelle beordert. Mit Schichtbeginn konnten die Arbeiten wieder mit voller Kraft fortgesetzt werden. Und eine Woche vor Inbetriebnahme kämpften wir mit einer Havarie. Sie unterbrach für zehn Stunden die komplette Trinkwasserversorgung der Nibelungensiedlung. Plötzlich versagten zwei Streckenschieber des Alt-Netzes ihren Dienst. Der pünktliche Bauabschluss schien gefährdet. Doch in letzter Minute wurde die fehlende Universalrohrkupplung im Nachbarverband ZWA Eberswalde aufgetrieben.“ (Ausführliche Informationen dazu unter: nwa-zehlendorf.de/neuigkeiten/baustellen/)

 

Gut versorgt auch in Spitzenzeiten

Nun aber fließt das Trinkwasser durch die neue Leitung. „Sie wird den Druck im gesamten Netz in Spitzenzeiten stabilisieren“, verspricht Matthias Kunde. „Aber sie ist auch eine Investition in die Zukunft. Alle Ortsteile verzeichnen einen überdurchschnittlichen Zuzug, den wir auch in den nächsten Jahren erwarten. Mit dieser Investition sichern wir die Trinkwasserversorgung unserer Neu-Niederbarnimer.“
Bürgermeister Oliver Borchert erzählt: „Ich habe in den vergangenen Wochen oft den Baufortschritt auf meinen Radtouren durch den Liepnitzwald beobachtet. Nun ist die Leitung fertig, das Wasser sprudelt und wird Wandlitz Trinkwassersituation deutlich verbessern. Ein wichtiger Schritt.“ Peter Dudyka, Ortsvorsteher von Wandlitz, hofft: „Wenn die Trinkwasser-Probleme in Wandlitz jetzt geringer werden, freut mich das natürlich sehr.“ Und Uwe Liebehenschel, Vorsitzender der Verbandsversammlung, bedankt sich vor allem bei den Bauleuten: „Sie haben zuverlässig und gut gearbeitet.“ Übrigens: die verlegten Rohre aus hochverdichtetem Polyethylen haben eine garantierte Nutzungsdauer von 80 Jahren!

Ein Baustein zur Stabilisierung der Trinkwasserversorgung

Künftig werden die Wasserströme aufgeteilt. Der Norden von Wandlitz sowie die Ortsteile Stolzenhagen, Zehlendorf und Schmachtenhagen werden durch die bisherige Trasse über Bogensee / Arendsee versorgt. Die neue Leitung beliefert den Wandlitzer Süden, Wensickendorf und Zühlsdorf mit frischem Nass aus Prenden. Die Ost-Tangente ist das erste Großvorhaben aus dem Programm zur Stabilisierung der Trinkwasserversorgung, das der Verbesserung der Netzhydraulik dient. Nächster Schritt: Der Bau der Druckerhöhungsstation am Stolzenhagener See. Mittlerweile gibt es grüne Signale vom Bauordnungsamt des Landkreises Barnim. Die Wasserbehörde hat dem Projekt bereits zugestimmt. „Unser Ziel: Im dritten Quartal ist Baubeginn“, plant Matthias Kunde. In Vorbereitung ist außerdem die Ortsumgehung in Schönwalde zur Verbesserung der Trinkwasserversorgungsverhältnisse im Süden von Basdorf und die Rekonstruktion der Trinkwasseraufbereitungsanlage im Wasserwerk-Basdorf. „Wir bleiben dran“, verspricht der Verbandsvorsteher des NWA. „Ich bin sicher, die Summe unserer Maßnahmen wird die Probleme der Vergangenheit deutlich entschärfen.“ Und doch mahnt der Wasser-Experte: „Wasser ist eine endliche Ressource, mit der wir alle, Wasserverband und Kund*innen sorgsam und wirtschaftlich umgehen müssen.“

 

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