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Verbrauchsbeschränkungen beim Trinkwasser Wandlitz, Stolzenhagen und Basdorf

Verbrauchsbeschränkungen beim Trinkwasser Wandlitz, Stolzenhagen und Basdorf

September 17, 2020

Aus Vorsorgegründen empfiehlt der NWA den Kunden im Bereich der nachfolgend genannten Straßen- bzw. Siedlungsbereichen vorübergehend das Trinkwasser nicht mehr zur Versorgung von Säuglingen und Kleinkindern zu nutzen.

Bereiche (Stand 19.92020):

OT Wandlitz            Wegenerstraße, Rehwinkel, Am Hasenberg (alle Grundstücke)
                                Prenzlauer Chaussee, zw. Kreisverkehr B273 und Ortseingang Basdorf
                                An den Pfühlen, ab Ruhlsdorfer Str. bis Ortsgrenze
                                Liepnitzweg, dauernd genutzte Grundstücke

OT Stolzenhagen    Siedlung Rahmersee, nur Sieglindeweg, Siegfriedweg und dem dazwischen liegenden Abschnitt des Brunhildeweges

OT Basdorf              Eichenstraße, zw. Waldkorso und Eschwenweg
                                südlicher Abschnitt WG Gänseluch (ab Heidblöße)
                                Gewerbegebiet an der Sandstraße
                                Lanker Straße, zw. Bahnübergang u. Bebauungsende

Diese Einschränkung der Nutzung gilt zunächst bis die Ergebnisse der weiteren Nachproben dem NWA vorliegen bzw. die Grenzwerte wieder unterschritten werden. Die Aufhebung der Verwendungseinschränkung ist durch das Gesundheitsamt zu bestätigen bevor die Betroffenen vom NWA informiert werden können (nicht vor Mitte Oktober2020).

 

ACHTUNG: Es ist kein Verbot der Trinkwassernutzung!

 

Alle betroffenen Haushalte wurden durch eine Postwurfsendung informiert. Alle anderen Haushalte im genannten Bereich sind von dieser Einschränkung NICHT betroffen!

 

 

Hintergrund:

Zusätzliche Beprobungern des Trinkwassers in den aufgeführten Siedlungsbereichen nach dem 24.8.20 hat eine Überschreitung des Grenzwertes für die Parameter Mangan (Mn) und zum Teil auch Eisen (Fe) ergeben. Der Messwerte wurden bis zum 10-fachen der zulässigen Grenzwerte überschritten. Nach der bundesweit geltenden Trinkwasserverordnung liegt der Mn-Grenzwert bei 0,05 mg/l, der für Eisen bei 0,2 mg/l. Der NWA hat umgehend Spülungen der betroffenen Leitungsabschnitte vorgenommen und die Nachbeprobung veranlasst.

Um kein Risiko für die Gesundheit einzugehen, hat der NWA in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Barnim vorsorglich die betroffenen Haushalte informiert, das Trinkwasser nicht zum Trinken und/oder zur Nahrungsaufbereitung für Säuglinge und Kleinkinder zu verwenden. Bis auf Widerruf sollte für diese Personengruppe käuflich erworbenes Mineralwasser (Flaschenware) zum Einsatz kommen. Reichen Sie bitte für die dafür entstandenen Kosten die Kassenbons beim NWA ein. Sie erhalten eine entsprechende Gutschrift auf die Verbrauchsgebühr.

Heike Zander, Leiterin des Gesundheitsamtes Barnim erklärt: „Für Erwachsene ist eine lebenslange Konzentration von 1mg/ l Mangan im Trinkwasser gesundheitlich sicher. Bei Säuglingen kurz nach der Geburt aber wird bei dauerhafter Zuführung von Mangan in zu hoher Konzentration eine Störung von oxidativen Schritten durch die Anreicherung von Mangan in den Mitochondrien ( Zellen als Energielieferant ) bestimmter Gehirnbereiche vermutet. Außerdem kann es zu Einlagerungen in der Leber und Niere kommen. Die Verwendungseinschränkung wurde aus Vorsorgegründen veranlasst.

 

Wie kommt der „Schmutz“ ins Wasser – und wieder raus?
Mangan und Eisen sind natürliche Bestandteile des Grundwassers. Dem im Verbandsgebiet geförderten Grundwasser wird in den Wasserwerken Luftsauerstoff zugeführt. Dadurch oxydieren die Eisen- u. Mangan-Ionen, die anschließend in Kiesfiltern herausgefiltert werden. Diese normgerechte Trinkwasseraufbereitung hat vor allem ästhetische Gründe. „Schwarzes“ Wasser sieht nicht nur schmutzig aus, es verursacht auch Ablagerungen auf Waschbecken, WCs und Badewannen, verschmutzt die Wäsche. Trotz des Filterns verbleibt aber immer ein Teil der Partikel im Trinkwasser. Im Laufe der Zeit setzen sich diese mikroskopisch kleinen Schwebstoffe an den Wänden der Rohre ab. Regelmäßig spülen deshalb zwei Teams des NWA mindestens zwei Mal im Jahr die Versorgungsleitungen. Trotz dieser Maßnahmen können nicht alle Leitungsverkrustungen vollständig gelöst werden. Wenn an heißen Sommertagen zwischen 17 und 20 Uhr der Wasserverbrauch durch gleichzeitiges Sprengen, Duschen und Wäschewaschen von tausenden Haushalten im Verbandsgebiet die Druck- und Fließverhältnisse im Netz explosionsartig auf das 2,5-fache ansteigen, lösen sich durch die Wucht diese Partikel. Die Folge: Die Hausfilter verschmutzen schneller als gewöhnlich. In diesem Jahr war die Belastung durch Partikel im Trinkwasser deutlich stärker, als in den vergangenen beiden Sommern.

Als Soforthilfe musste der NWA zusätzliche Wasserspülungen der Rohrsysteme sowohl in einzelnen Straßenzügen als auch in ganzen Wohngebieten vorgenommen. Die flächendeckenden Spülmaßnahmen werden nach gesonderter Veröffentlichung in der Lokalpresse sowie auf der NWA-Homepage ab 8. September durchgeführt. Danach erfolgt eine umfassende Beprobung durch akkreditierte Wasserlabors an etwa 100 Entnahmestellen. Die Ergebnisse werden unmittelbar nach Eingang der Analyseprotokolle beim NWA bekanntgemacht.

 

Niederbarnimer Wasser- und Abwasserzweckverband ,  3. September 2020    (aktualisiert: 19.9.20)

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