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Presseinformation zur aktuellen Trinkwasserversorgung

Presseinformation zur aktuellen Trinkwasserversorgung

August 25, 2020

24. August 2020

Presseinformation: Schwarzes Wasser im Verbandsgebiet

In den vergangenen Wochen sorgte in mehreren Siedlungsabschnitten von Wandlitz „schwarzes“ Trinkwasser bei den Kunden des NWA für Unbehagen. Die Filter in der Gebäudeinstallation füllten sich schnell mit schwarzen Partikeln. Das Gefühl, „verschmutztes“ Wasser zu trinken, war nicht nur unangenehm, sondern löste auch Ängste aus.

Zunächst die wichtigste Information: Die partiellen Wasserspülungen der letzten Tage in den am stärksten betroffenen Straßenzügen haben das „schwarze“ Trinkwasser zurückgedrängt. Durch ein zugelassenes Berliner Labor wurden am vergangenen Mittwoch Proben bei Hausanschlüssen in zwei verschieden Wohngebieten entnommen. Mit Posteingang vom Samstag konnte Entwarnung gegeben werden:

Für die untersuchten Parameter (Mangan und Eisen) konnten keine Grenzwertüberschreitungen ermittelt werden. Das bezogene Trinkwasser ist nicht gesundheitsgefährdend.

Weiterführend werden in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Barnim im Ortsteil Wandlitz kurzfristig unabhängige Untersuchungen des Trinkwassers zu mineralischen und bakteriologischen Parametern durchgeführt. Die Analyseergebnisse sollen bis kommenden Freitag beim Zweckverband vorliegen und sofort auf der Internetseite des NWA veröffentlicht werden.

Ausführlichere Informationen zum Thema finden Sie auf der nächsten Seite.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Matthias Kunde, NWA-Verbandsvorsteher, Tel.: 033053 - 902-12
Jana Krone, PR- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 0171 – 712 13 31

 

Wie gelangen Mangan und Eisen ins Trinkwasser?
Mangan und Eisen sind natürliche Bestandteile des Grundwassers. Mangan (Mn) benötigt der menschliche Körper für Skelettbildung, Wachstum und Stoffwechsel. Der tägliche Bedarf liegt bei etwa 1mg. Eine Aufnahme von 2 – 4mg pro Tag ist normal, bis zu 5 mg werden als ungefährlich angesehen. Eisen (Fe) ist mit einem Anteil von 4,7 % eines der häufigsten Elemente in der Erdkruste. Durch Verwitterungsprozesse gelangt es ins Trinkwasser. Es bindet Sauerstoff in den roten Blutkörperchen, sorgt so dafür, dass der gesamte Körper mit Sauerstoff versorgt wird. Der notwendige Tagesbedarf eines Menschen an Eisen beträgt 10 Milligramm. Ab einer Menge von mehr als 200 Milligramm pro Liter Eisen langfristig für die menschliche Gesundheit schädlich sein. Der Grenzwert der europäischen und deutschen Trinkwasserverordnung für Mangan liegt bei 0,05 mg/l, für Eisen bei 0,2 mg/l. Die aktuelle Analyse ergab einen Anteil von < 0,005 mg/l Mangan und < 0,02 mg/l Eisen.

Das im Verbandsgebiet geförderte Grundwasser wird in den Wasserwerken durch Hinzugabe von Luftsauerstoff und anschließender Kiesfilterung die Eisen- u. Manganionen oxydiert und zu normgerechtem Trinkwasser aufbereitet.
Das hat vor allem ästhetische Gründe. „Schwarzes“ Wasser sieht nicht nur schmutzig aus, es verursacht auch Ablagerungen auf Waschbecken, WCs und Badewannen, verschmutzt die Wäsche. Trotz des Filterns verbleibt aber immer ein Teil der Partikel im Trinkwasser. Das ist auch so gewollt, denn erst die Mineralien und Spurenelemente machen das Wasser zu einem gesunden, lebendigen Lebensmittel. Damit werden wir auch in Zukunft immer wieder einmal mit „schwarzem“ Wasser leben müssen.

 

Wie kommt es zu dieser starken, sichtbaren Partikelbelastung in einigen Bereichen des NWA?
Im Laufe der Zeit setzt sich ein Teil der im Trinkwasser enthaltenen, mikroskopisch kleinen Schwebstoffe an den Wänden der Rohre ab. Regelmäßig spülen zwei Teams des NWA mit Hilfe des anstehenden Wasserdrucks die Versorgungsleitungen im NWA-Gebiet. Die wichtigsten Abschnitte werden mindestens zwei Mal (Frühjahr / Herbst) im Jahr gereinigt. Infolge der dabei entstehenden Fließgeschwindigkeit werden Ablagerungen von der Rohrinnenwand gelöst und über Unterflurhydranten aus dem jeweiligen Leitungsabschnitt entfernt. Durch das Aufwirbeln der Stoffe tritt in den ersten Tagen nach der Spülung eine erhöhte Partikelbelastung bei den Abnehmern auf. Trotz dieser Maßnahmen kann es bei extremen Schwankungen der Trinkwasserabnahmen zu weiteren Rücklösungen kommen. Ein Prozess, der vor allem in den letzten drei Jahren verstärkt aufgetreten ist. An heißen Sommertagen steigt zwischen 17 und 20 Uhr der Wasserverbrauch durch gleichzeitiges Sprengen, Duschen, Wäschewaschen explosionsartig auf das 2,5-fache an. Dadurch ändern sich die Druck- und Fließverhältnisse im Netz drastisch. Das führt beim Verbraucher zu sichtbaren Trübungen und dunklen Ablagerungen in Behältnissen und Filtern bei der Wasserentnahme.

 

Welche Konsequenzen zieht der NWA aus dem „schwarzen“ Wasser?

  1. Bei starken Trübungen des Wassers wird der NWA zusätzlich zu den Turnusreinigungen örtlich begrenzte Wasserspülungen vornehmen. Dieses Vorgehen ist auch durch das Gesundheitsamt des Landkreises Barnim bestätigt worden.
  2. Außerdem hat das Amt eine kurzfristige Durchführung einer zusätzlichen Beprobungsserie im Ortsteil Wandlitz angeordnet. Die daraufhin angefragten Labordienstleister haben zugesichert, die Analyseergebnisse bis zum 28.8.20 bereitzustellen. Die Protokolle werden auf der Homepage des NWA veröffentlicht.
  3. Der NWA hat seit dem 24.8.2020 die freie Journalistin Jana Krone mit den Aufgaben der PR und Öffentlichkeitsarbeit beauftragt. Ziel ist es, schneller die Kunden und Medien über die Ereignisse im NWA zu informieren. Jana Krone betreut bereits seit Dezember 2017 die Wasserzeitung des NWA, kennt den Verband und das Verbandsgebiet.
  4. Die Kunden des NWA werden künftig rechtzeitig über Spülungstermine sowohl in der Wasserzeitung als auch auf der Homepage informiert, so dass sich jeder Abnehmer auf eine zeitweise erhöhte Partikelbelastung im Trinkwasser einstellen kann.

Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel des Menschen. Der NWA setzt auch weiterhin alle Kraft daran, es seinen Kunden in höchstmöglicher Qualität zur Verfügung zu stellen.

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